Im Behindertenwohnheim in Mechernich wurde im Zuge einer Aufstockung des Wohntraktes und dessen Sanierung im Mai 2006 eine Grauwassergroßanlage in Betrieb genommen. Die Anlage ist für ca. 60 bis 70 Personen ausgelegt und ermöglicht die Grauwasseraufbereitung von etwa 2800 l pro Tag. Die Aufbereitung erfolgt in drei Schritten, Sedimentation, biologischer Abbau und Ultrafiltration.
Das zufließende Grauwasser wird im Sedimentationstank gesammelt, wo ein erster biologischer Abbau stattfindet und schwere Wasserinhaltsstoffe sedimentieren. Über Tellerbelüfter wird die Biologie mit Luft (Sauerstoff) versorgt Von dem Sedimentationstank wird das Vorgereinigte Wasser in den Schlaufenreaktor mit eingebautem Membranfilter gepumpt. Hier findet der hauptsächliche biologische Abbau unter Zuführung von Luft statt.
Wenn die organischen Substanzen weitgehend aufgezehrt sind, findet der Filtrationsvorgang statt. Die angewandte Ultrafiltration arbeitet mit einer Membran der Porengröße 50 nm. Praktisch alle Feststoffe im aufbereiteten Grauwasser, auch Viren und Bakterien werden zurückgehalten, dadurch erhält man ein Klarwasser von hoher Güte als Betriebswasser, das der EU-Richtlinie für Badegewässer entspricht.
Das Betriebswasser wird über ein getrenntes, mit "kein Trinkwasser" markiertes Leitungssystem, den Verbrauchern Toilettenspülung, Gartenbewässerung und Waschmaschine über eine Druckerhöhungsanlage (GEP- C- Class Wassermanager) zugeführt.
Falls einmal nicht genügend Betriebswasser zur Verfügung steht, wird zuerst automatisch auf die Versorgung mit Regenwasser aus einer Zisterne geschaltet. Sollte auch der Regenwasservorrat erschöpft sein, schaltet die Anlage selbsttätig auf Trinkwasserbetrieb um und stellt dadurch die Wasserversorgung sicher.

Behindertenwohnheim Mechernich

GWA Typ 2 in Kombination mit einer Regenwassernutzung

GWA Typ 2 in Kombination mit einer Regenwassernutzung